Lektion 1- Einleitung

Um wirklich gut zu schreiben, musst du deinen Leser, deine Leserin fesseln von Anfang an, mit dem ersten Satz, mit dem ersten Wort. Denn die Leute sind heutzutage sehr schnell gelangweilt.

Was langweilt sie? Wenn sie denken - oh Gott, kenn ich schon, ach schon wieder dasselbe. Nein, nicht schon wieder so eine Geschichte.

Was aber macht eine Geschichte neu? Sind nicht alle Geschichten schon erzählt? 

Doch sind sie. Mann liebt Frau. Frau liebt anderen Mann. Und so weiter in beliebigen Kombinationen.


Trotzdem immer wieder der Stoff für einen Bestseller? Warum? Na ja. Fang mal bei dir an. Erinnerst du dich noch an deine erste große Liebe? Wie es anfing? Wann hast du zum ersten mal gemerkt, dass er/sie etwas besonderes ist? War es ein Blick? Eine Geste? - Ich schätze mal, dass es bei den meisten eher ähnlich war. Trotzdem, würdest du sicher bis heute sagen, dass er/sie etwas ganz besonderes hatte. Vielleicht sogar immer noch hat. Und es wäre überhaupt nicht langweilig für dich, wenn ich dich bitten würde mir ganz genau zu erzählen, was dich so fasziniert hat, mir die Situation genau zu schildern.

Und ich? Was könnte mich dazu bringen, wirklich interessiert zuzuhören? Sicher nicht mein Interesse an ihr/ihm. Aber vielleicht mein Interesse an dir. Möchte ich dich kennen lernen, habe ich mich vielleicht in dich verliebt, dann will ich wissen, was dich an anderen fasziniert. Und ich hoffe vielleicht durch dieses Thema auf die Idee zu bringen, dass du dich auch in mich verliebst .... Also worauf ich hinaus will ist: ich muss ein persönliches Interesse an dem Erzähler oder an der Figur deiner Erzählung entwickeln. Wir müssen eine Bindung eingehen. - Sie muss mein Herz erobern. 

Nun, wirst du vielleicht einwenden: wie soll sie das denn, ich kenne dich ja nicht einmal (besonders gut) - und du mich nicht. Und meine Hauptperson erst recht nicht. ...

Alles gut und schön. Aber es funktioniert ja trotzdem. Und das tut es, weil wir als Menschen ja doch alle ziemlich ähnlich ticken. Und interessanterweise entsteht Bindung ziemlich sicher, wenn starke und/oder attraktive Menschen Schwächen zeigen.

Zusammen mit einem anderen ziemlich allgemeingültigen Menschlichen Faktor - der Neugier und der Freude an Überraschungen - können wir mit großer Wahrscheinlichkeit sagen, welche Anfänge, welche Geschichten überhaupt fesseln. 


Was aber lässt Figuren wirklich werden? Wie machst du glaubwürdig klar, dass du nicht von Märchenfiguren sprichst sondern von leibhaftigen Menschen? Nun echte Menschen haben eine Geschichte. Sie haben Vergangenheit und Gegenwart. Sie leben in Netzwerken aus Freunden, Kollegen und Verwandten. Sie haben Sympathien und Antipatien. Sie haben Geschmack. Sie riechen, sie sehen und übersehen. Sie fühlen. Sie staunen. sie verbergen sich und sie verraten sich. Sie sind vielschichtig. - Wie aber kannst du eine Person so schildern, dass man merkt, dass sie vielschichtig ist. Jedenfalls ohne ihren ganzen Hintergrund "zu erzählen". Würdest du das nämlich tun, dann kannst du gleich für den Papierkorb schreiben. Das liest nämlich kein Menschen.

Oberste Regel ist nicht erklären sondern zeigen. - Ja aber, ja aber. Wo anfangen? - Keine Sorge. Das kommt von selbst. Wichtig ist, dass du auf jeden Fall von deiner Hauptperson eine Art Steckbrief anlegst, in der du alles relevante aufschreibst, was du weißt. Oder auch, was du nicht weißt. Wenn du nur eine Kurzgeschichte schreibst, dann wird vieles in der Geschichte gar nicht vorkommen. - Trotzdem ist es wichtig, dass du das weißt. Weil du dann anders schreibst. Du wirst beim Schreiben merken, dass die Hintergrundgeschichte, die du vorher entworfen hast, in deine aktuelle Geschichte hineinwirkt. Ohne dass du das bewusst tust.

Aber vielleicht ist es jetzt an der Zeit eine kleine Übung einzuschieben.

Ein großes Thema beim Schreiben von wirklich guten Geschichten ist, das du über nichts schreiben kannst, was

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